Empfang des Honorarkonsuls der Republik Korea in München
Am 20. Mai 2026 verwandelte sich die Freiheitshalle in München für einige Stunden in einen besonderen Ort der deutsch-koreanischen Begegnung.
Thomas Elster, Honorarkonsul der Republik Korea in Bayern, hatte zum Empfang anlässlich der Verlegung des Honorarkonsulats in neue Räumlichkeiten eingeladen. Verbunden war der Abend mit der Feier des koreanischen Feiertags Seokga Tanshinil (석가탄신일), dem Geburtstag Buddhas, der in Korea zu den bedeutendsten Feiertagen des Jahres zählt.

Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und dem diplomatischen Korps folgten der Einladung. Schnell wurde an diesem Abend deutlich, dass Korea nicht nur in Deutschland, sondern auch in Bayern längst wirtschaftlich und kulturell präsent ist. Auch Korea als Reiseziel war ein Thema an diesem Abend.
Korea und Deutschland seit Jahrzehnten verbunden
Seit 2017 vertritt Thomas Elster die Republik Korea als Honorarkonsul in Bayern. Der Sitz des Honorarkonsulats befindet sich in München, das seit Jahren eine zentrale Rolle für die Beziehungen zwischen Bayern und Korea spielt. Rund 5.000 Koreaner leben und studieren in Bayern. Über 900 bayerische Unternehmen pflegen Geschäftsbeziehungen mit Korea, mehr als 80 davon unterhalten dort eigene Niederlassungen. Bayerische Namen wie BMW und Siemens stehen für eine Technologiepartnerschaft, die weit über den reinen Warenaustausch hinausgeht.

Als Gastgeber des Abends sprach Thomas Elster in einer persönlichen Rede über die Verlegung des Honorarkonsulats, seine langjährige Arbeit als Honorarkonsul und seine Erfahrungen mit Korea. Dabei gab er viele Einblicke in seine Tätigkeit und die Entwicklung der deutsch-koreanischen Beziehungen. Außerdem bedankte er sich bei allen, die den Empfang vorbereitet und organisiert hatten. Dass ihm der Abend persönlich viel bedeutete, wurde während seiner Rede immer wieder spürbar und er zeigte sich bewegt über die vielen netten Worte der Gäste.
Eric Beißwenger, Bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, würdigte in seiner Ansprache die Bedeutung dieser Verbindung. „Korea sei ein wichtiger Handelspartner und ein hochmodernes Industrieland, das Bayern auf Augenhöhe begegne“, so der Staatsminister. Er würdigte die Arbeit von Thomas Elster, der sich seit Jahren als Honorarkonsul für die Beziehungen zwischen Bayern und Korea engagiert.
Seine Exzellenz, Botschafter Sang-beom Lim der Republik Korea in Deutschland, unterstrich in seiner Rede, was beide Länder verbindet. Deutschland und Korea hätten seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1883 eine Freundschaft aufgebaut, die auf gemeinsamen Erfahrungen basiert. Beide Länder haben Teilung gekannt, beide haben Wiederaufbau geleistet, beide haben sich wirtschaftlich und demokratisch entwickelt. München, so Botschafter Lim, stehe heute für Gegenwart und Zukunft dieser Beziehung zugleich.
Botschafter Lim und Gespräche über Korea
An diesem Abend hatte ich erneut die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Botschafter Sang-beom Lim. Wir sprachen über Korea, über den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern und über meine Arbeit als Honorary Reporter für Korea.net.
Botschafter Lim interessiert sich für das Programm der Honorary Reporters und verfolgt dessen Entwicklung aufmerksam. Ihm ist es wichtig, dass Korea durch Menschen beschrieben wird, die das Land aus eigener Erfahrung kennen oder mit echtem Interesse über Korea berichten. Für mich sind solche Gespräche jedes Mal auch eine Gelegenheit, die eigene Arbeit als Honorary Reporter einzuordnen. Was nimmt man wahr, was fehlt noch und was lässt sich als Honorary Reporter noch besser machen?

Ich freue mich schon darauf, Botschafter Lim demnächst wieder zu treffen. Besonders dankbar bin ich als Honorary Reporter, dass mich die Botschaftsrätin an der Botschaft der Republik Korea, Suh Yong-joo, eingeladen hat, den Dialog in Berlin bei einem Treffen in der Botschaft fortzusetzen.
Mönchstanz Herz Sutra und ein Tenor
Was den Abend von vielen diplomatischen Empfängen unterschied, war das kulturelle Programm. Es begann mit dem Seungmu (승무), dem traditionellen koreanischen Mönchstanz, der zum immateriellen Kulturerbe Koreas zählt. Hye-Soon Um-Schoof, Leiterin von Korea Tradition und Meisterin dieser Kunstform, führte den Tanz zur Beopgo Trommel auf. Während des Auftritts wurde es im Saal spürbar ruhiger. Viele Gäste hatten ihre Gespräche unterbrochen und schauten aufmerksam zur Bühne.
Wer Seungmu zum ersten Mal sieht, ist oft erstaunt, wie ruhig und kontrolliert jede Bewegung wirkt. Das weiße Gewand bewegte sich dabei langsam durch den Raum.

Zur Feier des koreanischen Feiertags Buddhas Geburtstag (Seokga Tanshinil), rezitierte Hyon Gak Sunim, Zen Meister des Zen Centers Regensburg, das Herz-Sutra auf Koreanisch, begleitet von der Moktak, einer hölzernen Glocke, und hielt einen kurzen Vortrag über den koreanischen Buddhismus. Seokga Tanshinil zählt in Korea zu den bedeutendsten buddhistischen Feiertagen des Jahres. Viele Menschen besuchen Tempel oder nehmen an Laternenumzügen und Zeremonien teil.

Den Abschluss des kulturellen Teils bildete Q-Won Han, Tenor und Mitglied des Chors des Bayerischen Rundfunks. Er sang koreanische Lieder wie Arirang. Bei diesem Lied standen viele Gäste im Saal auf und sangen mit. Außerdem sang er das melancholische Geumgangsan. Dieses Lied ist eine Hommage an den gleichnamigen Berg im Norden der Halbinsel, der für viele Koreaner bis heute mit der Teilung verbunden ist.
Thomas Elster und seine Gäste
Honorarkonsul Thomas Elster empfing jeden Gast persönlich am Eingang und hatte für alle ein Wort übrig und so kamen an diesem Abend Menschen aus vielen unterschiedlichen Bereichen zusammen. Unter den Gästen waren zahlreiche Vertreter aus dem diplomatischen Korps, darunter unter anderem der koreanische Honorarkonsul für Tirol, Honorarkonsuln aus weiteren Ländern, der Generalkonsul der Schweiz, der japanische Generalkonsul und der stellvertretende Generalkonsul der Volksrepublik China, Vertreter der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, verschiedener Verbände, Mitglieder der koreanischen Gemeinschaft in München, Wirtschaftsvertreter, Kulturschaffende und Künstler.
Im Anschluss blieben viele Gäste noch lange beim koreanischen Buffet zusammen. Von Bibimbap und Korean Fried Chicken bis zu Japchae, Kimchi, Gimbap und vielen weiteren Gerichten kamen die koreanischen Spezialitäten bei den Gästen gut an. Dabei entstanden noch viele anregende Gespräche über Korea, die koreanische Kultur und persönliche Erfahrungen mit dem Land. Der Abend klang entspannt aus, fast so, wie man es auch aus Korea kennt, wenn Menschen nach einem Essen noch lange zusammensitzen.

Fazit
Honorarkonsul Thomas Elster hatte zum Empfang anlässlich der Verlegung des Honorarkonsulats der Republik Korea in Bayern eingeladen. In seiner Rede gab er Einblicke in seine Arbeit als Honorarkonsul und seine Erfahrungen mit Korea.
Der Botschafter der Republik Korea in Deutschland, Sang-beom Lim, war eigens aus Berlin angereist, würdigte die langjährige Arbeit von Thomas Elster als Honorarkonsul und sprach über die Verbindung beider Länder. Staatsminister Beißwenger schloss sich dem an, lobte ebenfalls Elsters Engagement und hob die Bedeutung der Partnerschaft hervor. Vertreter zahlreicher Konsulate aus aller Welt, Gäste aus Wirtschaft, Kultur und verschiedenen Verbänden sowie Mitglieder der koreanischen Gemeinschaft waren zusammengekommen. Gefeiert wurde an diesem Abend auch der Geburtstag Buddhas.
Den kulturellen Teil des Abends eröffnete der traditionelle koreanische Mönchstanz Seungmu, ein immaterielles Kulturerbe Koreas, gefolgt von einer buddhistischen Rezitation und koreanischen Liedern. Danach lud ein koreanisches Buffet zum gemeinsamen Essen ein, bei dem die Gespräche über Korea noch lange weitergingen.


