The 15th Honorary Reporters: Vom Blog zum globalen Netzwerk

📅 10. Juli 2025

Vor ein paar Tagen habe ich als Korea.net Honorary Reporter meine neue PRESS ID Card erhalten, eine kleine, aber symbolträchtige Geste zur Unterstützung unserer Arbeit. Als Geschenk lag ein pinkfarbenes Pocket-Notizbuch bei. Auf dem Cover steht in schwarzer Schrift: The 15th Honorary Reporters. Dieser Moment hat mir noch einmal bewusst gemacht, wie lang es dieses Programm bereits gibt und dass ich selbst inzwischen einen festen Platz darin habe.

Korea.net Honorary Reporters Press ID und Notizbuch in coolem pink © Manuel Guthmann

Ich bin seit drei Jahren Teil des Korea.net Honorary Reporters Programms mit seiner langen Geschichte, das inzwischen in seine fünfzehnte Saison geht. Was ursprünglich als Blogprojekt begann, hat sich längst zu einer Plattform entwickelt, auf der Tausende von Menschen über koreanische Kultur, Gesellschaft und Geschichte berichten. Dieser Artikel wirft einen Blick auf die Entwicklung des Programms, seine Bedeutung und warum es weit mehr ist als nur ein Ehrenamt.

Ein ambitionierter Start
Das Korea.net Honorary Reporters Programm nahm seinen offiziellen Anfang mit der Ernennung der ersten Gruppe von 42 Reportern am 29. März 2011. Obwohl „The Korea Blog“ als Plattform bereits im Januar 2011 startete, markiert der 29. März 2011 den Moment, in dem die ersten „Worldwide Korea Bloggers“, die Vorläufer der heutigen Honorary Reporters, offiziell ihre Arbeit aufnahmen und somit das Programm mit seinen aktiven Teilnehmern ins Leben gerufen wurde.

Das Ziel war klar formuliert: die weltweite Popularität der Hallyu, der koreanischen Welle, zu unterstützen und weiter auszubauen. Die koreanische Regierung wollte nicht nur informieren, sondern den kulturellen Austausch mit der Welt gezielt fördern, durch persönliche Stimmen und internationale Perspektiven.

Rekrutiert wurden engagierte Bloggerinnen und Blogger aus dem In- und Ausland, die in ihren Heimatsprachen über Kultur, Gesellschaft, Alltag und Reisen in Korea berichteten. Schon im ersten Jahr entstand eine beeindruckende Vielfalt an Inhalten.

Screenshot 2011: Worldwide Korea Bloggers – Der Beginn der heutigen Honorary Reporters by Manuel Guthmann

Ausbau und Professionalisierung des Programms
Ein Jahr später, 2012, wuchs das Programm weiter. 50 neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ländern wie den USA, Indien, Kanada, Ungarn oder den Philippinen wurden als „kulturelle Botschafter Koreas“ ernannt, ein Ausdruck, der bis heute sinnbildlich für unsere Rolle als Honorary Reporters steht.

Im Jahr 2015 wurde das Programm grundlegend neu strukturiert und erhielt seinen heutigen Namen: Korea.net Honorary Reporters. Die inhaltliche Bandbreite wurde erweitert und die Beiträge erscheinen seither nicht mehr nur auf dem Blog, sondern direkt im offiziellen Nachrichtenbereich von Korea.net. Die Teilnehmenden konnten sich nun gezielt auf Text, Fotografie oder Video spezialisieren. Ein Schritt, der die Professionalisierung sichtbar vorantrieb.

Zugleich wurden die Aktivitäten umfangreicher. Reporter berichteten über Großveranstaltungen wie das Busan International Film Festival, besuchten Regionen wie Jeonju oder Dokdo und begleiteten sogar politische Ereignisse wie den innerkoreanischen Gipfel 2018. Ein Teil der Honorary Reporters wurde für einwöchige Kulturreisen nach Korea eingeladen, mit Stationen in Seoul, Busan und Tongyeong.

Mitarbeiter von Korea.net und die zweite Gruppe der Worldwide Korea Bloggers am 23. März 2012 während einer Diskussion in der von KOCIS in Seoul organisierten Begrüßungszeremonie © Korea.net

Zeremonien, Symbole und globale Präsenz
Von Jahr zu Jahr entwickelte sich das Programm weiter. 2018 bestand die siebte Gruppe aus 270 Reporterinnen und Reportern aus 55 Ländern. 2019 erreichte das Programm einen neuen Höhepunkt mit 591 Teilnehmenden aus 73 Ländern, die bislang größte Gruppe in seiner Geschichte. In Seoul wählte man für die feierliche Ernennungszeremonie einen besonders symbolischen Ort. Sie fand im damaligen Präsidentensitz Cheong Wa Dae statt, auch bekannt als das Blaue Haus. Die damalige First Lady Kim Jung-sook begrüßte uns persönlich. Ein eindrucksvolles Zeichen für die Wertschätzung, die das Programm auf höchster Ebene erfährt.

Die damalige First Lady Kim Jung-sook lädt am 20. Mai 2019 die Gruppe von Korea.net-Ehrenberichterstatter anlässlich des Weltbürgertags zum Cheong Wa Dae ein. © Korea.net

Ein wichtiges Symbol war auch das erste offizielle Logo des Programms, das 2019 von einer russischen Teilnehmerin entworfen wurde und bis heute sinnbildlich für das Programm steht. Die gleichzeitige Durchführung von Ernennungszeremonien in mehreren Koreanischen Kulturzentren weltweit zeigte, wie sehr das Programm inzwischen international verankert ist.

Seit 2019 gibt es ein eigenes Logo für die Honorary Reporters © Manuel Guthmann

Im selben Jahr startete KOCIS zudem ein eigenes Webportal für den „Talk Talk Korea“-Wettbewerb. Auch wenn dieser unabhängig vom Honorary Reporters Programm läuft, stärkt er die internationale Vernetzung und bietet eine zusätzliche Plattform für den kreativen Austausch. Für uns bedeutete das vor allem bessere Teamarbeit, mehr Transparenz im Einreichungsprozess und die Chance, unsere Inhalte noch professioneller zu gestalten.

Anerkennung auf Augenhöhe
Im Laufe der Jahre ist das Programm immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, sowohl in Korea als auch international. Honorary Reporters berichteten über bedeutende Ereignisse aus nächster Nähe, darunter die Olympischen Winterspiele in PyeongChang 2018 und der innerkoreanische Gipfel im April desselben Jahres. Solche Anlässe zeigten, dass unsere Beiträge nicht nur beobachtend, sondern aktiv eingebunden waren.

Ein Beispiel wie 2019 die Ausschreibung auf Korea.net aussah © Korea.net

Ein weiterer Meilenstein war die Einrichtung eines eigenen Nachrichtenbereichs auf Korea.net. Seitdem erscheinen unsere Beiträge nicht mehr im Blogformat, sondern gleichberechtigt neben den redaktionellen Artikeln des Portals. Das hat die Sichtbarkeit und Relevanz der Inhalte spürbar erhöht und zeigt, wie sehr KOCIS auf unsere Perspektiven vertraut.

Weitere Programme unter dem Dach von KOCIS
Neben dem Honorary Reporters Programm betreibt KOCIS weitere internationale Programme zur Förderung koreanischer Kultur.

Das K-Influencer Programm, das 2020 gestartet wurde, richtet sich gezielt an Video-Creators. Während die Honorary Reporters eher journalistisch arbeiten, konzentrieren sich K-Influencer auf Kurzvideos, Vlogs und Reels, meist auf Plattformen wie YouTube oder Instagram. Sie behandeln Themen wie K-Food, K-Beauty, Reisen oder Popkultur und setzen dabei stark auf Bewegtbildformate. Beide Programme arbeiten thematisch eng zusammen, bleiben aber organisatorisch getrennt.

Screenshot: Das Korea.net Portal am 05. März 2020. Die Honorary Reporter Artikel stehen unten rechts by Manuel Guthmann

Das Team hinter dem Programm
Hinter dem Honorary Reporters Programm steht ein engagiertes Team bei Korea.net. Kal Hong ist Chief Managerin des Programms. Sie hat einen Bachelorabschluss in Politikwissenschaft und Diplomatie sowie einen Master of Business Administration (MBA) mit dem Schwerpunkt Betriebswirtschaftslehre von der Ewha Womans University. Nach mehreren Jahren in der Unternehmenskommunikation wechselte sie 2021 zu Korea.net, wo sie das Honorary Reporters Programm leitet und kontinuierlich weiterentwickelt.

Seit 2021 bei Korea.net: Die Chef-Managerin des Honorary Reporters Programm Kal Hong im Gespräch mit mir © Manuel Guthmann

Lee Da Som ist die verantwortliche Managerin für den gesamten deutschsprachigen Bereich von Korea.net. Sie ist auch für die Betreuung der deutschsprachigen Honorary Reporters verantwortlich. Sie hat unter anderem in Bonn studiert und bringt ein tiefes Verständnis für interkulturelle Kommunikation mit. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie eigene qualitätsvolle Artikel für Korea.net, die auch in anderen Sprachversionen veröffentlicht werden. Außerdem übersetzt sie Beiträge ihrer Kolleginnen und Kollegen für die deutschsprachige Version des Portals.

Die Leiterin der deutschen Redaktion und verantwortlich für die deutschsprachigen Honorary Reporters Lee Da Som mit Manuel Guthmann © Manuel Guthmann

Misun Jeon ist Managerin für den englischsprachigen Bereich von Korea.net und verantwortet dort auch das Honorary Reporters Programm. Sie war mehrere Jahre Co-Managerin und stellvertretende Leiterin des Programms unter Kal Hong. Als Redakteurin verfasst sie regelmäßig Beiträge für Korea.net, die sich durch journalistische Tiefe und redaktionelle Qualität auszeichnen.

Misun Jeon verantwortet den englischsprachigen und damit den größten Bereich der Honorary Reporters © Manuel Guthmann

Für jede der insgesamt zehn Sprachversionen auf Korea.net gibt es eigene Managerinnen oder Manager, die jeweils als Redakteurinnen und Redakteure tätig sind und zusätzlich für die Betreuung der Honorary Reporters in ihrer Sprache verantwortlich zeichnen. Unterstützt werden sie dabei von Assistentinnen und Koordinatoren, die unter anderem die eingereichten Beiträge der Honorary Reporters prüfen, Rückmeldungen geben und für die Veröffentlichung freigeben.

Darüber hinaus gehören zum Team weitere Verantwortliche in den Bereichen Verwaltung, Social Media, Marketing und Fotografie. Chefredakteur von Korea.net ist Kang Seong Chul.

Einblicke in die tägliche Arbeit von Misun Jeon und Kal Hong sowie Korea.net Teamleiter, Kang Seong Chul © Manuel Guthmann
Hinter den Kulissen: Blick in die Redaktionsräume von Korea.net © Manuel Guthmann

Persönlich und professionell zugleich
Für mich ist das Honorary Reporters Programm eine besondere Verbindung. Es vereint journalistisches Arbeiten mit persönlicher Erfahrung, individuelle Perspektive mit globaler Reichweite. Ich kann Themen wählen, die mir wichtig sind, Beiträge gestalten, die fundiert sind und gleichzeitig den Dialog zwischen Korea und dem deutschsprachigen Raum fördern.

Dass das Programm dabei offen ist für unterschiedliche Hintergründe, Sprachniveaus und Stile, macht es besonders zugänglich. Was zählt, ist die Haltung: echtes Interesse, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, Korea aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, nicht oberflächlich, sondern neugierig, differenziert und verantwortungsvoll.

Fazit
Mit der 15. Saison ist das Korea.net Honorary Reporters Programm längst mehr als ein Projekt zur Imagepflege. Es ist ein internationales Netzwerk, das Korea auf glaubwürdige und vielschichtige Weise in die Welt trägt. Für mich ist es eine Plattform, auf der ich nicht nur schreiben, sondern auch mitgestalten kann. Und ich bin sicher: Die spannendsten Beiträge liegen noch vor uns.