Reisetipp: Einfach bezahlen in Korea mit dem WowPass
Viele Reisende stehen in Korea vor der Frage, wie sie vor Ort am besten bezahlen. Manche besitzen gar keine eigene Kreditkarte, andere müssen im Ausland mit hohen Fremdwährungsgebühren rechnen. Besonders praktisch ist der WowPass für alle, die zum ersten Mal nach Korea kommen oder bisher nie eine Kreditkarte benötigt haben. Gerade junge Leute verfügen oft noch über keine eigene Karte, für sie ist der WowPass daher eine ideale Lösung.

Der offizielle Slogan lautet „Pay like a local“. Genau das beschreibt den WowPass perfekt, denn Kartenzahlung wird in Korea damit so einfach wie für Einheimische. Gleichzeitig ist Korea ein Land der Kartenzahlungen, in dem Bargeld kaum noch eine Rolle spielt. Auch ich habe mir bei meinen Aufenthalten Gedanken gemacht, wie ich am besten bezahle: nur mit Kreditkarte, mit Bargeld oder ob es eine andere Möglichkeit gibt. Heute nutze ich beides, Kreditkarte und WowPass, und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Bargeld nutze ich kaum noch.
Was ist der WowPass
Der WowPass ist eine aufladbare Prepaid-Karte, die speziell für ausländische Gäste in Korea entwickelt wurde. Sie kombiniert zwei Funktionen: Zum einen kann ich mit ihr wie mit einer normalen Bankkarte in Geschäften, Restaurants oder im öffentlichen Nahverkehr bezahlen. Zum anderen nutze ich sie gleichzeitig wie eine T-Money-Karte für Busse und U-Bahnen in ganz Korea.
Wichtig ist, dass der WowPass nicht nur in Seoul funktioniert, sondern landesweit eingesetzt werden kann. Überall dort, wo Kartenzahlung möglich ist, akzeptieren Geschäfte und Restaurants auch den WowPass. Meine eigene Nutzung hat gezeigt, dass er zuverlässig funktioniert, sogar an Orten, an denen internationale Kredit- oder Debitkarten nicht angenommen wurden.

Wo erhalte ich ihn
Die WowPass-Automaten stehen an zentralen Orten. Am einfachsten finde ich sie gleich nach der Ankunft am Flughafen Incheon, wo mehrere Maschinen in der Ankunftshalle zu finden sind. Auch in Seoul sind sie weit verbreitet, vor allem in großen U-Bahnhöfen. Insgesamt gibt es über 300 Aufladeautomaten in Korea. Die meisten stehen in Seoul und Busan, doch auch in Städten wie Daegu, Ulsan oder auf Jeju Island sind sie vorhanden. Wer möchte, kann die Karte sogar schon vorab online reservieren und dann am Automaten abholen. Für die Ausstellung wird ein Reisepass benötigt, da die Karte auf den Namen des Inhabers registriert wird.
So bediene ich die Automaten
Die Automaten sind mehrsprachig und lassen sich leicht bedienen. Anstatt Daten manuell einzugeben, scanne ich einfach meinen Reisepass, ähnlich wie bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen. Anschließend kaufe ich einmalig eine WowPass-Karte für 5.000 KRW (etwa 3,50 Euro). Diese Gebühr wird direkt mit der ersten Aufladung verrechnet. Danach entscheide ich, wie viel Startguthaben ich aufladen möchte.

Als ich das erste Mal meinen Reisepass eingescannt habe und die Karte wenige Minuten später in der Hand hielt, war ich überrascht, wie einfach es ging. Besonders wichtig ist, dass sich der WowPass direkt mit Bargeld befüllen lässt. Insgesamt akzeptieren die Automaten 16 verschiedene Währungen, darunter Euro, US-Dollar, japanische Yen oder chinesische Yuan. Genau das macht den WowPass für viele Reisende attraktiv, die keine eigene Kreditkarte besitzen oder diese ungern im Ausland nutzen.

Im Anschluss füge ich die Karte in der App hinzu. Wichtig zu wissen: Der WowPass funktioniert auch ohne App und kann wie eine normale Karte genutzt werden. Praktisch ist außerdem, dass man an den Automaten nicht nur die Karte mit Bargeld aufladen, sondern bei Bedarf auch Bargeld tauschen kann, etwa Euro in koreanische Won. Ganz ohne Bargeld sollte man in Korea nicht unterwegs sein. Mir persönlich reichen dafür meist 50 Euro, die ich in Won umtausche und für kleinere Ausgaben bereithalte.
Am Ende der Reise ist es außerdem möglich, sich das Restguthaben wieder auszahlen zu lassen. Oder man lässt, so wie ich, den Betrag einfach auf dem WowPass. Die Karte ist sechs Jahre gültig, sodass sich das Guthaben problemlos für die nächste Reise nutzen lässt.
Wie lade ich die Karte wieder auf
Geht das Guthaben zur Neige, ist das Aufladen unkompliziert. Entweder nutze ich erneut einen Automaten oder ich lade den Betrag über die zugehörige App auf. Dort lässt sich auch jederzeit der aktuelle Kontostand prüfen. Besonders praktisch finde ich, dass man kleine Beträge flexibel nachladen kann und nicht gleich hohe Summen einzahlen muss.
Die App im Alltag
Besonders spannend ist die zugehörige App, die den WowPass noch nützlicher macht. Bei jeder Kartenzahlung in Korea erhalte ich sofort eine Push-Nachricht über den Betrag und sehe direkt mein Restguthaben. Ich habe es als sehr beruhigend empfunden, dass ich bei jeder Zahlung sofort wusste, wie viel Geld ich noch zur Verfügung habe. Das gibt mir ein gutes Gefühl, weil ich meine Ausgaben im Blick behalte und keine bösen Überraschungen erlebe.

Auch die T-Money-Funktion ist integriert. Habe ich meine Transportkarte mit Guthaben aufgeladen, zeigt mir die App den verfügbaren Betrag ebenfalls an. Damit habe ich Bus- und U-Bahn-Kosten jederzeit im Blick.
Zusätzlich gibt es in der App einen Store mit zahlreichen Rabattgutscheinen. Diese lassen sich aktivieren und einmalig nutzen. Beim Einkaufen oder bei Eintrittskarten spart man damit bares Geld. Rabatte gibt es zum Beispiel bei Ketten wie Olive Young, Daiso, CU, GS25, Lotte Mart, Emart, Compose Coffee oder Paris Baguette. Auch bei touristischen Attraktionen wie dem N Seoul Tower sind Preisnachlässe möglich.

Eine weitere Funktion ist die integrierte Karte, die mir anzeigt, wo der nächste WowPass-Automat steht, um Guthaben nachzuladen. Außerdem kann ich meine gesamte Ausgabenhistorie einsehen und so meine Finanzen transparent nachverfolgen.
Welche Vorteile habe ich
Der WowPass ist nicht nur bequem, sondern auch kostenfrei nutzbar. Für Währungsumtausch, Aufladung und Kartenzahlungen fallen keine Gebühren an, auch Jahresgebühren gibt es nicht. Lediglich beim Bargeldbezug wird eine kleine Gebühr von 1.000 KRW (etwa 0,70 Euro) fällig, wenn ich Won an einem WowPass-Automaten abhebe.

Mich hat interessiert, ob der WowPass wirklich so gut ist, wie behauptet. Deshalb habe ich im August 2025 meinen eigenen Vergleichstest gemacht: Ich habe meinen WowPass mit 100 Euro aufgeladen und innerhalb einer Stunde Zahlungen mit verschiedenen Karten sowie dem WowPass ausgewertet. Um die Vergleichbarkeit zu sichern, habe ich jeweils 100.000 KRW betrachtet.
Der offizielle Referenzwert bei 100.000 KRW lag zu diesem Zeitpunkt bei 62,34 EUR. Mein Vergleich hat gezeigt, dass der Kurs des WowPass dem von internationalen Banken wie Barclays, N26 oder Wise entspricht. Lediglich Revolut war bei meinen Tests ein paar Cent günstiger. Für klassische Kreditkarten wie die vieler Sparkassen oder Volksbanken, die im Schnitt 1,75 bis 2 Prozent Fremdwährungsgebühr erheben, ist der Unterschied jedoch deutlich.
Das Ergebnis bestätigt, dass der WowPass sehr konkurrenzfähig ist und gerade im Vergleich zu Bargeldtausch in Wechselstuben oder Banken eine attraktive Option darstellt.
Fazit
Für mich ist der WowPass inzwischen fester Bestandteil jeder Reise nach Korea. Er erleichtert den Alltag, weil ich sowohl im Verkehr als auch in Geschäften unkompliziert bezahlen kann. Gleichzeitig spare ich Gebühren und nutze Rabatte. Die App macht das Ganze besonders komfortabel, weil ich jederzeit den Überblick über meine Ausgaben habe und zusätzliche Gutscheine nutzen kann. Meine eigene Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass der WowPass landesweit zuverlässig funktioniert, sogar an Orten, wo internationale Karten nicht angenommen werden. Ich möchte ihn auf Reisen nach Korea nicht mehr missen.


